Flydubai-Pilot schildert Messerangriff im Cockpit – Ermittlungen laufen

Der Kapitän erlitt schwere Stichwunden und Kopfverletzungen; 174 Menschen an Bord waren in unmittelbarer Lebensgefahr durch den Angriff und den darauf folgenden Höhenverlust.
Wenn ich nicht aufstehe, verlieren die Passagiere ihr Leben
Der verletzte Kapitän beschreibt den Moment, in dem er sich trotz schwerer Stichwunden zwang, die Cockpittür zu öffnen.
Mark

Was genau ist in diesen Minuten im Cockpit passiert, bevor der Kapitän die Tür öffnete?

Mimi

Das wissen wir noch nicht vollständig. Der Co-Pilot griff Machchhar mit einem Messer an. Machchhar wurde schwer verletzt – Stichwunden, Kopfverletzungen. Aber trotzdem schaffte er es, die Cockpittür zu öffnen, sodass Passagiere eindringen und den Angreifer überwältigen konnten.

Luke

Das ist wichtig: Wir wissen, dass der Angriff stattfand und dass Machchhar die Tür öffnete. Aber die genaue Abfolge – wie lange der Kampf dauerte, wie viele Stiche es waren, ob der Co-Pilot versuchte, das Flugzeug absichtlich zum Absturz zu bringen – das ist noch nicht geklärt.

Mark

Der Höhenverlust war dramatisch. War das eine direkte Folge des Kampfes im Cockpit?

Mimi

Das Flugzeug sank innerhalb einer Minute von 10.000 auf 5.100 Meter. Das deutet darauf hin, dass während des Kampfes die Kontrolle über das Flugzeug verloren ging – möglicherweise weil der Co-Pilot bewusst die Steuerung veränderte oder weil Machchhar, verletzt wie er war, nicht mehr fliegen konnte.

Luke

Aber wir wissen nicht genau, was die Steuerinputs waren. War es absichtlich? War es Chaos im Cockpit? Das ist noch unklar. Was wir wissen: Eine andere Crew an Bord übernahm das Flugzeug und landete es sicher.

Mark

Die US-Medien berichten, dass der Co-Pilot bereits als Sicherheitsrisiko bekannt war. Wie konnte er dann noch fliegen?

Mimi

Er war bei Oman Air suspendiert worden, nachdem extremistisches Material bei ihm gefunden wurde. Aber er durfte in einer Verwaltungsfunktion weiterbeschäftigt werden. Dann kam er zu Flydubai – und das ist die zentrale Frage: Wie gründlich waren die Sicherheitsüberprüfungen bei der Einstellung?

Luke

Das ist wichtig zu präzisieren: ABC News und CNN berichten das basierend auf hochrangigen Geheimdienst- und Strafverfolgungsbeamten. Das ist glaubwürdig, aber es sind noch nicht die offiziellen Ermittlungsergebnisse. Und wir wissen nicht, wie detailliert Flydubai diese Informationen kannte oder hätte kennen können.

Mark

Netanyahu und Trump sprechen von iranischer Beteiligung. Gibt es dafür Belege?

Mimi

Netanyahu sagt, man untersuche, ob der Co-Pilot "geschickt" wurde. Trump sagt, nach dem, was er höre, sei die Antwort ja. Aber Netanyahu betont auch, dass Israel vor dem Vorfall keine konkrete Warnung erhalten habe.

Luke

Das ist spekulativ. Netanyahu sagt selbst, es sei zu früh für eine Einschätzung. Trump äußert eine Vermutung, keine Gewissheit. Die Ermittlungen laufen noch. Es gibt keine öffentlichen Belege für iranische Beteiligung – nur Vermutungen basierend auf dem extremistischen Material, das bei dem Co-Piloten gefunden wurde.

Mark

Was ist mit den 10.000 Israelis, die gestrandet sind?

Mimi

Flydubai hat alle Flüge nach Israel ausgesetzt, solange die Ermittlungen laufen. Das hat zu einer Notlage geführt. Arkia hat begonnen, Rückholflüge zu organisieren, nachdem die VAE zunächst Landegenehmigungen verweigert hatten.

Luke

Die Zahl von 10.000 kommt aus Medienberichten, nicht aus offiziellen Quellen. Es ist plausibel, aber wir sollten das im Hinterkopf behalten. Und es ist unklar, wie lange diese Aussetzung andauern wird.

  • Kapitän Smit Machchhar, indischer Pilot, schwer verletzt durch Messerangriff
  • Flugzeug sank in einer Minute von 10.000 auf 5.100 Meter
  • 174 Menschen an Bord, notgelandet in Tabuk, Saudi-Arabien
  • Co-Pilot aus dem Oman, zuvor bei Oman Air als Sicherheitsrisiko eingestuft
  • Über 10.000 Israelis in den VAE gestrandet durch Flugaussetzung

Kapitän Smit Machchhar kämpfte nach dem Angriff um sein Leben und öffnete die Cockpittür, damit Passagiere den Angreifer überwältigen konnten. Das Flugzeug sank innerhalb einer Minute von 10.000 auf 5.100 Meter, bevor eine andere Crew an Bord es in Saudi-Arabien notlandete.

Ein indischer Flugkapitän schildert erstmals den Messerangriff seines Co-Piloten während eines Flugs von Dubai nach Tel Aviv. Trotz schwerer Verletzungen gelang es ihm, die Cockpittür zu öffnen und eine mögliche Katastrophe zu verhindern.

Zwei Tage nach einem Messerangriff im Cockpit einer Flydubai-Maschine hat sich der verletzte Kapitän erstmals selbst zu dem Vorfall geäußert. Der indische Pilot Smit Machchhar sprach in einem Videotelefonat mit dem indischen Premierminister Narendra Modi über die Minuten, in denen er um sein Leben kämpfte. Mit bandagiertem Kopf und Schläuchen in der Nase berichtete er aus einem Krankenhaus in Abu Dhabi von der Attacke, die sein Co-Pilot am Mittwoch auf dem Flug von Dubai nach Tel Aviv verübt hatte. "Ich hatte so viele Wunden. Ich war zu Boden gestürzt", sagte Machchhar. Beim Gedanken an den Angriff kamen ihm die Tränen.

Doch Machchhar tat das, was in diesem Moment entscheidend war: Er zwang sich aufzustehen. "Wenn ich nicht aufstehe, dann würden die Passagiere ihr Leben verlieren", erklärte er Modi. Trotz seiner schweren Stichwunden gelang es ihm, die Cockpittür zu öffnen. Passagiere drangen daraufhin ein und überwältigten den Angreifer. Dieser Moment war entscheidend, denn das Flugzeug geriet bereits in einen gefährlichen Sinkflug. Nach Angaben der Flugverfolgungsplattform Flightradar24 verlor die Boeing 737 innerhalb von etwa einer Minute etwa 4.900 Meter an Höhe – von rund 10.000 auf 5.100 Meter. Eine andere Crew, die sich an Bord befand, übernahm das Flugzeug und gelang es, es in der saudi-arabischen Stadt Tabuk notlanden zu lassen. An Bord waren 174 Menschen, die meisten davon Israelis.

Die Behörden haben schnell reagiert. Das saudische Innenministerium bestätigte, dass der Co-Pilot, ein Mann aus dem Oman, den Kapitän mit einem Messer schwer verletzt hatte. Saudi-Arabien teilte mit, dass der Co-Pilot am Donnerstag von einem Sicherheitsteam der Vereinigten Arabischen Emirate in die VAE überstellt worden sei. Die Ermittlungen laufen dort nun unter der Leitung der emiratischen Behörden.

Doch schnell zeichnete sich ein größeres Bild ab. Berichten von US-amerikanischen Medien zufolge war der Co-Pilot bereits wegen Sicherheitsbedenken aus seinem früheren Job bei Oman Air entlassen worden. ABC News berichtete unter Berufung auf hochrangige Geheimdienst- und Strafverfolgungsbeamte, dass der Mann suspendiert worden sei, nachdem er als Sicherheitsrisiko eingestuft wurde. 2024, als er als Co-Pilot-Auszubildender bei der Fluggesellschaft beschäftigt war, war bei ihm extremistisches Material gefunden worden. Trotzdem durfte er in einer Verwaltungsfunktion weiterbeschäftigt werden.

In Israel vermuten viele Medien und Politiker, dass es sich um einen verhinderten Terroranschlag handelt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warf dem Co-Piloten eine islamistische Gesinnung vor und kündigte an, zu untersuchen, ob er "geschickt" worden sei. "Wer auch immer ihn geschickt hat, wird einen sehr hohen Preis dafür zahlen", sagte Netanjahu. Auf die Frage nach einer möglichen iranischen Beteiligung erklärte er, es sei zu früh für eine Einschätzung. Israel habe vor dem Vorfall keine konkrete Warnung erhalten.

US-Präsident Donald Trump geht bereits davon aus, dass der Iran beteiligt war. "Nach dem, was ich höre, würde ich sagen, die Antwort lautet ja", sagte Trump. Für den Fall einer iranischen Beteiligung drohte er der Islamischen Republik mit schwerwiegenden Konsequenzen: "Sie werden sehr hart getroffen werden, keine Sorge."

Die unmittelbaren Folgen des Vorfalls sind erheblich. Flydubai hat angekündigt, seine Flüge von und nach Israel auszusetzen, solange die Ermittlungen andauern. Dies hat zu einer Notlage für israelische Reisende geführt: Nach Medienberichten sitzen mehr als 10.000 Israelis in Dubai und anderen Orten in den VAE fest. Die israelische Fluggesellschaft Arkia begann am Nachmittag mit Rückholflügen, nachdem die VAE zunächst Landeerlaubnisse für israelische Airlines verweigert hatten. In den kommenden Tagen sind weitere Rückholflüge geplant.

Kapitän Machchhar wurde von Politikern als Held gefeiert. Modi würdigte ihn dafür, eine mögliche Katastrophe verhindert zu haben. Sein schnelles Handeln trotz schwerer Verletzungen – Stichwunden und Kopfverletzungen – rettte das Leben aller 174 Menschen an Bord. Die Ermittlungen der VAE werden zeigen, welche Motive hinter dem Angriff standen und ob tatsächlich externe Akteure involviert waren.

Ich kämpfte um mein Leben. Irgendwann wurde mir klar: Wenn ich nicht aufstehe, dann würden die Passagiere ihr Leben verlieren.
— Kapitän Smit Machchhar im Videotelefonat mit Premierminister Modi
Sie werden sehr hart getroffen werden, keine Sorge
— US-Präsident Donald Trump, Drohung gegen den Iran für den Fall einer Beteiligung
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