Eva Marie Saint: Oscar-Gewinnerin mit 102 Jahren gestorben

Sie brauchte nur einen Film, um sich unsterblich zu machen.
Eva Marie Saint gewann ihren Oscar bereits mit ihrer ersten Filmrolle in »On the Waterfront« 1955.
Mark

Was macht Eva Marie Saint für die Filmgeschichte so bedeutsam? Es gibt doch viele Schauspielerinnen aus dieser Zeit.

Mimi

Sie war nicht nur eine von vielen – sie war eine der letzten, die noch lebte und diese Ära verkörperte. Und ihr Oscar kam mit ihrer ersten Filmrolle. Das ist außergewöhnlich.

Luke

Aber war sie wirklich eine »Ikone«, oder war sie eine solide Nebendarstellerin in zwei großen Filmen? Der Spiegel nennt sie eine der »letzten Vertreterinnen« des goldenen Zeitalters, aber das ist eher eine Aussage über ihr Alter als über ihre Bedeutung.

Mimi

Fair. Aber sie arbeitete über 60 Jahre lang. Das ist nicht nichts. Sie war präsent, professionell, Teil des Systems.

Mark

Und sie blieb bis ins hohe Alter aktiv – ihr letzter Film war 2014, als sie 88 war. Das ist bemerkenswert.

Luke

Ja, aber wir wissen nicht, wie groß diese Rollen waren. »Winter's Tale« war kein großer Film. Es ist wichtig, das zu unterscheiden zwischen »sie arbeitete noch« und »sie spielte bedeutende Rollen«.

Mimi

Das stimmt. Aber die Tatsache, dass sie überhaupt noch arbeiten wollte und konnte – das sagt etwas über ihre Leidenschaft aus.

Mark

Und ihre Ehe mit Jeffrey Hayden – 65 Jahre zusammen. Das ist eine andere Geschichte, nicht wahr?

Luke

Das ist eine lange Ehe, ja. Aber wir haben keine Details darüber, wie diese Beziehung war, was sie bedeutete. Es ist eine Tatsache, aber keine Geschichte.

Mimi

Vielleicht ist das genug. Sie lebte ein langes Leben, war verheiratet, hatte Kinder, arbeitete. Das ist eine vollständige Geschichte.

  • Mit Saints Tod verliert Hollywood eine seiner letzten lebenden Zeuginnen jener Ära, in der das Studio-System die Filmkunst in ihrer klassischen Form hervorbrachte.
  • Ihr Lebenswerk beginnt mit einem Paradox: Der größte Triumph – der Oscar 1955 für »On the Waterfront« – kam, bevor ihre Karriere überhaupt richtig Fahrt aufgenommen hatte.
  • Statt sich auf diesem Erfolg auszuruhen, arbeitete sie weiter mit Hitchcock, Newman, Brando und einem Dutzend weiterer Legenden – eine stille, beständige Kraft im Hintergrund des großen Kinos.
  • Auch das Fernsehen wurde ihr Terrain: fünf Emmy-Nominierungen, ein Gewinn 1990 – Saint passte sich den Zeiten an, ohne je zu verschwinden.
  • Mit 88 Jahren stand sie zuletzt 2014 vor der Kamera; ihr Tod hinterlässt eine Lücke, die keine neue Generation schließen kann.

Mit 102 Jahren ist Eva Marie Saint in Los Angeles gestorben – eine Frau, deren erster Schritt vor die Kamera zugleich ihr größter war und die dennoch nie aufhörte, weiterzugehen. Sie gewann den Oscar für ihre allererste Filmrolle, arbeitete Jahrzehnte lang mit den Legenden Hollywoods und blieb bis ins hohe Alter Teil einer Kunstform, die sie mitgeprägt hatte. Ihr Tod markiert das Ende einer lebendigen Verbindung zu jenem goldenen Zeitalter des Kinos, das heute nur noch in Archiven und Erinnerungen existiert.

Eva Marie Saint starb am Dienstag in ihrem Haus in Los Angeles, umgeben von ihrer Familie. Sie wurde 102 Jahre alt und starb eines natürlichen Todes. Mit ihr geht eine der letzten lebenden Verbindungen zu Hollywoods goldenem Zeitalter verloren.

Sie brauchte nur einen einzigen Film, um Geschichte zu schreiben. 1954 stand sie erstmals vor der Kamera – an der Seite von Marlon Brando in Elia Kazans »On the Waterfront«. Der Film räumte 1955 acht Oscars ab, darunter den für die beste Nebendarstellerin: Eva Marie Saint. Es war ihre erste Filmrolle überhaupt.

Doch sie hörte nicht auf. 1959 spielte sie neben Cary Grant in Hitchcocks »North by Northwest«, einem der meistgefeierten Thriller der Filmgeschichte. In den folgenden Jahrzehnten stand sie mit Montgomery Clift, Paul Newman, Gregory Peck, Richard Burton und Warren Beatty vor der Kamera – eine verlässliche, professionelle Präsenz im Herzen des klassischen Hollywood.

Als das Kino sich wandelte, wandte sie sich dem Fernsehen zu. 1990 gewann sie den Emmy für ihre Rolle in der Miniserie »People Like Us«. Regisseur Wim Wenders holte sie 2005 zurück auf die Leinwand, 2006 folgte »Superman Returns«, und mit 88 Jahren spielte sie 2014 noch in »Winter's Tale« neben Colin Farrell – ihr letzter Film.

1951 hatte sie den Regisseur Jeffrey Hayden geheiratet; ihre Ehe hielt 65 Jahre, bis er 2016 starb. Saint lebte noch ein weiteres Jahrzehnt – lange genug, um zu erleben, wie neue Generationen die Filmgeschichte, in der sie eine tragende Rolle gespielt hatte, neu entdeckten und feierten. Mit ihrem Tod endet eine direkte Verbindung zu einer Welt, die es so nicht mehr gibt.

Eva Marie Saint ist tot. Die amerikanische Schauspielerin starb am Dienstag in ihrem Haus in Los Angeles, umgeben von ihrer Familie, wie ihr Sprecher Jeff Sanderson mitteilte. Sie wurde 102 Jahre alt und starb eines natürlichen Todes. Mit ihrem Ableben verschwindet eine der letzten lebenden Verbindungen zu Hollywoods goldenem Zeitalter – jener Ära, in der die Studios die Karrieren ihrer Schauspieler formten und die Filmkunst ihre klassische Gestalt annahm.

Saint brauchte nur einen Film, um sich unsterblich zu machen. 1954 stand sie zum ersten Mal vor einer Filmkamera, an der Seite von Marlon Brando in Elia Kazans Drama »On the Waterfront«. Der Film wurde zum Klassiker, räumte bei der Oscar-Verleihung 1955 acht Trophäen ab – darunter Best Picture, beste Regie und bester Hauptdarsteller für Brando. Saint gewann den Oscar als beste Nebendarstellerin. Es war ihre erste Filmrolle überhaupt. Viele Schauspieler arbeiten ein Leben lang auf einen solchen Moment hin; Saint hatte ihn bereits hinter sich, bevor ihre Karriere richtig begonnen hatte.

Das hätte das Ende ihrer Geschichte sein können – eine perfekte, kurze Karriere, ein Oscar, dann Ruhestand. Stattdessen machte sie weiter. 1959 spielte sie neben Cary Grant in Alfred Hitchcocks »North by Northwest«, einem Film, der heute als einer der besten Thriller aller Zeiten gilt. Im Laufe ihrer Jahrzehnte umfassenden Karriere stand sie vor der Kamera mit einer beeindruckenden Liste von Legenden: Montgomery Clift, Henry Fonda, Paul Newman, Gregory Peck, Richard Burton, Warren Beatty und Burt Lancaster. Sie war nicht die Hauptrolle in diesen Filmen, aber sie war präsent, professionell, Teil des Systems, das Hollywood in seiner Blüte ausmachte.

In den siebziger und achtziger Jahren verlagerte sich ihr Fokus zunehmend auf das Fernsehen. Sie sammelte fünf Emmy-Nominierungen und gewann die Trophäe 1990 für ihre Rolle in der Miniserie »People Like Us«. Aber sie verschwand nie wirklich. Regisseur Wim Wenders holte sie 2005 für »Don't Come Knocking« vor die Kamera. 2006 hatte sie eine Rolle in »Superman Returns«. Mit 88 Jahren spielte sie 2014 noch in »Winter's Tale« neben Colin Farrell – ein Fantasy-Drama, das ihr letzter Film werden sollte.

1951 heiratete Saint den Regisseur und Produzenten Jeffrey Hayden. Sie bekamen zwei Kinder zusammen. Ihre Ehe hielt 65 Jahre, bis Hayden 2016 starb. Sie lebte danach noch ein Jahrzehnt, lange genug, um zu sehen, wie die Filmgeschichte, in der sie eine Hauptrolle gespielt hatte, von neuen Generationen neu bewertet und gefeiert wurde. Sie war nicht nur eine Schauspielerin, die in großen Filmen mitgewirkt hatte – sie war ein lebendes Archiv dieser Ära, eine Person, die mit den Größten gearbeitet hatte und deren Karriere sich über mehr als sechs Jahrzehnte erstreckte. Mit ihrem Tod endet eine direkte Verbindung zu einer Welt, die es so nicht mehr gibt.

Sie war an ihrer Seite gewesen
— Sprecher Jeff Sanderson über Saints Familie bei ihrem Tod
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