Epstein-Assistentinnen: Wie ein Missbrauchsopfer zur Komplizin wurde

Eine junge Russin wurde von Jeffrey Epstein sexuell missbraucht und anschließend gezwungen, andere Frauen für ihn anzuwerben.
Wie kann eine Frau Opfer und zugleich Komplizin sein?
Diese Frage steht im Zentrum der Spiegel-Podcastfolge über Epsteins Assistentinnen.
Mark

Worum geht es in dieser Folge im Kern?

Mimi

Um eine junge Russin, die 2008 mit dem Versprechen eines Model-Castings zu Epstein kam, von ihm missbraucht wurde und dann selbst Frauen für ihn anwerben sollte.

Mark

Das klingt nach einem Widerspruch: Opfer und Komplizin.

Mimi

Genau diesen Widerspruch will die Reporterin Alexandra Berlin verstehen. Sie hat auch eine Frau gefunden, die von Anya angeworben wurde.

Luke

Wichtig ist, was wir hier wissen: Wir haben nur die Ankündigung des Podcasts, nicht die ganze Folge. Wie Anya zur Anwerberin wurde, steht dort nicht.

Mark

Also bleibt offen, ob es Druck gab oder etwas anderes?

Luke

Ja. Die Zusammenfassung spricht von einem System aus Abhängigkeit, belegt das aber nicht im Detail.

Mimi

Und »Anya« ist ein Pseudonym. Das schützt sie, heißt aber auch, dass wir nichts über sie prüfen können.

Mark

Was macht die Perspektive der Assistentinnen so bedeutsam?

Mimi

Sie zeigt, dass Epsteins System nicht nur aus ihm bestand. Frauen hielten es laut Spiegel am Laufen.

Luke

Das ist die Deutung des Spiegel. Zahlen, wie viele Assistentinnen es gab oder wie viele Frauen Anya anwarb, nennt die Quelle nicht.

  • Eine junge Frau sucht 2008 einen Karriereeinstieg und landet bei Jeffrey Epstein, wo der Traum sofort in Missbrauch kippt.
  • Aus der Betroffenen wird eine Assistentin, die neue Frauen für Epstein finden soll, und damit entsteht ein Konflikt zwischen Opferschaft und Mittäterschaft.
  • Die Recherche von Alexandra Berlin für den SPIEGEL-Podcast »Firewall« legt offen, wie das System aus Geld und Abhängigkeit über zwei Jahrzehnte funktionierte.
  • Eine zweite Betroffene, die von Anya angeworben wurde, kommt zu Wort und macht das Ausmaß der Kettenwirkung sichtbar.

Es ist die Geschichte eines Versprechens, das zur Falle wurde: Im Jahr 2008 folgte eine junge Russin einem angeblichen Modelscout zu Jeffrey Epstein, in der Hoffnung auf eine Tür in die Modewelt. Stattdessen geriet sie in ein Geflecht aus Geld, Einfluss und Abhängigkeit, in dem sie zunächst Betroffene und später Werkzeug wurde. Die Geschichte erinnert daran, wie Missbrauch sich selbst fortpflanzen kann, wenn Opfer in die Rolle derer gedrängt werden, die andere heranholen. Eine Podcast-Folge des SPIEGEL fragt, wie dieses System über Jahre bestehen konnte.

Am Anfang steht ein Versprechen: ein Casting, ein Einstieg in die Modewelt. Im Jahr 2008 kommt eine junge Russin über einen angeblichen Modelscout zu Jeffrey Epstein. Der SPIEGEL nennt sie Anya, ihren echten Namen behält er für sich.

Epstein stellt ihr Türen in Aussicht. Schon bald missbraucht er sie. Was als Chance gedacht war, wird zu einer Abhängigkeit, aus der sie kaum allein herausfindet.

Dann kommt die zweite Ebene: Anya arbeitet für Epstein als eine seiner Assistentinnen und soll neue Frauen für ihn finden. Die Frau, die selbst getäuscht wurde, wirbt nun andere an.

Auslandsreporterin Alexandra Berlin hat Anyas Fall für die neue Folge des SPIEGEL-Podcasts »Firewall« recherchiert. Sie spricht auch mit einer Frau, die von Anya angeworben wurde. Die Folge fragt, wie Epstein immer neue Opfer erreichte und warum ausgerechnet Frauen dieses System am Laufen hielten. Die Details der Recherche erschließen sich erst in der vollständigen Folge.

Am Anfang steht ein Versprechen: ein Casting, ein Einstieg in die Modewelt. Im Jahr 2008 kommt eine junge Russin darauf hin zu Jeffrey Epstein. Vermittelt hat sie ein angeblicher Modelscout. Der Spiegel nennt die Frau Anya, ihren richtigen Namen nennt er nicht.

Epstein behauptet, er könne ihr Türen in der Modebranche öffnen. Tatsächlich beginnt er schon bald, sie zu missbrauchen. Was als Karrierechance gedacht war, wird für Anya zu einer Abhängigkeit, aus der sie nicht einfach herauskommt.

Der Fall wäre schon in dieser Form schwer genug. Doch er hat eine zweite Ebene: Anya fängt an, für Epstein zu arbeiten. Sie wird eine seiner sogenannten Assistentinnen. Ihre Aufgabe besteht darin, neue Frauen für ihn zu finden. Die Frau, die selbst getäuscht und missbraucht wurde, wirbt nun andere an.

Die Frage, wie jemand zugleich Opfer und Komplizin sein kann, steht im Zentrum einer neuen Folge des Spiegel-Podcasts »Firewall«. Auslandsreporterin Alexandra Berlin hat dafür Anyas Fall recherchiert. Sie hat außerdem eine Frau gefunden, die von Anya angeworben wurde, und gibt so auch einer zweiten Betroffenen Raum.

Der Spiegel beschreibt Epsteins Vorgehen als ein System, das er über zwei Jahrzehnte aus Geld, Einfluss und Abhängigkeit aufgebaut hat. Die Assistentinnen waren demnach ein zentraler Teil davon. Die Folge fragt, wie Epstein an immer neue Opfer gelangte und warum ausgerechnet Frauen dieses System des Missbrauchs am Laufen hielten.

»Firewall« widmet sich nach eigener Beschreibung Fällen, in denen Systeme versagen und alle fragen, wie das möglich war. Host Sandra Sperber sucht gemeinsam mit Spiegel-Reporterinnen und -Reportern nach Schwachstellen und nach denen, die sie ausnutzen. Zu den bisherigen Themen zählen Scam-Farmen, die Anwerbung eines BND-Agenten durch russische Dienste und die Flucht des Wirecard-Betrügers Jan Marsalek vor deutschen Sicherheitsbehörden.

Die Folge steht kostenlos in allen Podcast-Apps zur Verfügung. Wer selbst von sexualisierter Gewalt betroffen ist oder jemanden kennt, kann sich anonym an das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen (116 016), das Hilfetelefon Sexueller Missbrauch (0800 / 22 55 530) oder die Telefonseelsorge (0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222) wenden. Was Berlins Recherche im Einzelnen über Anya und die von ihr angeworbene Frau herausfindet, erschließt sich nur in der vollständigen Folge.

Der Spiegel beschreibt Epsteins System als über zwei Jahrzehnte aufgebaut aus Geld, Einfluss und Abhängigkeit, mit den Assistentinnen als zentralem Teil.
— Der Spiegel, Podcast »Firewall«
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