In der langen Geschichte militärischer Anpassung an neue Waffentechnologien vollzieht Deutschland nun einen weiteren Schritt: Die Bundeswehr gründet ihr erstes eigenständiges Drohnenregiment – eine direkte Antwort auf die Erkenntnis, dass der Ukraine-Krieg die Landkriegführung des 21. Jahrhunderts neu definiert hat. Verteidigungsminister Pistorius verkündete diesen Schritt auf dem Truppenübungsplatz Bergen, wo sichtbar wird, dass unbemannte Systeme nicht mehr Ergänzung, sondern Kern moderner Kriegsführung sind. Die Bundeswehr zieht damit eine institutionelle Konsequenz aus dem, was andere mit
Bundeswehr gründet erstes Drohnenregiment mit bis zu 600 Soldaten
Wer sich zu Land durchsetzen will, muss Drohnen beherrschen
Warum braucht die Bundeswehr ausgerechnet jetzt ein eigenes Drohnenregiment? Das klingt nach einer großen organisatorischen Veränderung.
Der Ukraine-Krieg hat gezeigt, dass Drohnen nicht mehr ein Nischensystem sind. Sie entscheiden über Gefechte. Pistorius sagt es deutlich: Wer sich zu Land durchsetzen will, muss Drohnen beherrschen. Das ist eine fundamentale Erkenntnis.
Aber die Bundeswehr integriert Drohnen ja auch weiterhin in bestehende Einheiten. Warum also ein separates Regiment?
Das ist der Punkt – es geht nicht um Entweder-Oder. Das Regiment schafft eine spezialisierte Kommandostruktur für komplexe Drohneneinsätze, während die klassischen Einheiten auch ihre eigenen Drohnenfähigkeiten behalten.
600 Soldaten – ist das eine große Einheit?
Für ein Regiment ist das mittelgroß. Es startet mit 300 und wächst. Das deutet darauf hin, dass die Bundeswehr das schrittweise aufbaut, nicht alles auf einmal.
Was mich interessiert: Die Reichweite bis 500 Kilometer – sind das die Kamikazedrohnen oder andere Systeme?
Das ist nicht ganz klar aus der Ankündigung. Es geht um verschiedene Systeme mit unterschiedlichen Reichweiten. Die Kamikazedrohnen sind eine Komponente, aber nicht die einzige.
Und die elektromagnetische Kampfkompanie – was macht die genau?
Sie stört oder zerstört gegnerische Drohnen. Das ist die Abwehrseite. Die Bundeswehr will nicht nur angreifen können, sondern auch verteidigen.
Der Standort ist noch nicht entschieden – das ist ein großes Fragezeichen. Wo so etwas stationiert wird, hat politische und strategische Bedeutung.
Stimmt. Das wird sich wahrscheinlich in den nächsten Monaten klären. Aber die grundsätzliche Entscheidung ist gefallen.
Der Puls
- Der Ukraine-Krieg hat bewiesen, dass Drohnen einen erheblichen Teil der Trefferwirkung auf dem Schlachtfeld erzielen – Deutschland kann sich dieser Realität nicht länger entziehen.
- Mit der Gründung eines eigenständigen Drohnenregiments schafft die Bundeswehr erstmals eine Kommandostruktur, die ausschließlich auf unbemannte Kriegsführung ausgerichtet ist – ein struktureller Bruch mit bisheriger Doktrin.
- Das Regiment soll Reichweiten bis 500 Kilometer abdecken, Kamikazedrohnen einsetzen und eine eigene Kompanie für elektromagnetischen Kampf umfassen – ein breites Fähigkeitsspektrum, das bislang fehlte.
- Der Aufbau beginnt mit 300 Soldatinnen und Soldaten und soll bis 2027 auf 600 wachsen, während der genaue Standort noch offen ist.
- Parallel dazu werden Drohnenfähigkeiten dezentral in klassische Heeresverbände integriert und die für Litauen bestimmte Brigade 45 mit Drohnenabwehr ausgestattet – die Reform greift tief in die gesamte Heeresstruktur.
In der langen Geschichte militärischer Anpassung an neue Waffentechnologien vollzieht Deutschland nun einen weiteren Schritt: Die Bundeswehr gründet ihr erstes eigenständiges Drohnenregiment – eine direkte Antwort auf die Erkenntnis, dass der Ukraine-Krieg die Landkriegführung des 21. Jahrhunderts neu definiert hat. Verteidigungsminister Pistorius verkündete diesen Schritt auf dem Truppenübungsplatz Bergen, wo sichtbar wird, dass unbemannte Systeme nicht mehr Ergänzung, sondern Kern moderner Kriegsführung sind. Die Bundeswehr zieht damit eine institutionelle Konsequenz aus dem, was andere mit Blut bezahlt haben.
Auf dem Truppenübungsplatz Bergen in Niedersachsen hat Verteidigungsminister Boris Pistorius eine Zäsur in der Geschichte der Bundeswehr verkündet: Bis 2027 entsteht das erste eigenständige Drohnenregiment der deutschen Streitkräfte. Die Entscheidung ist eine unmittelbare Lehre aus dem Ukraine-Krieg, in dem unbemannte Systeme zu einem zentralen Instrument der Zerstörung geworden sind.
Das Regiment startet mit 300 Soldatinnen und Soldaten und wächst auf 600 an. Es vereint fliegende und landgestützte unbemannte Systeme unter einer einzigen Kommandostruktur und deckt Einsatzreichweiten von der Nahkampfzone bis zu 500 Kilometern ab. Heeresinspekteur Generalleutnant Christian Freuding erläuterte, dass auch eine Kompanie für elektromagnetischen Kampf integriert wird – damit kann die Bundeswehr künftig gegnerische Drohnensysteme aktiv stören oder ausschalten.
Zu den geplanten Waffensystemen gehört sogenannte Loitering Munition – Kamikazedrohnen, die auf Ziele zufliegen und detonieren. Diese Systeme werden derzeit erprobt und sollen im kommenden Jahr in die Truppe eingeführt werden. Pistorius brachte die strategische Logik auf den Punkt: Wer sich zu Land durchsetzen will, muss den Kampf mit unbemannten Systemen beherrschen.
Die Reform beschränkt sich nicht auf das neue Regiment. Drohnenfähigkeiten werden gleichzeitig dezentral in bestehende Truppengattungen wie Jäger, Aufklärer und Panzertruppen eingebettet. Zudem soll die Brigade 45, die für den Einsatz in Litauen vorgesehen ist, vor ihrer Verlegung umfassend mit Drohnenabwehr ausgestattet werden. Der Standort des neuen Regiments steht noch nicht fest – doch die Richtung ist klar.
Die Bundeswehr wird im Laufe des Jahres 2027 erstmals ein eigenständiges Drohnenregiment aufbauen. Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigte diesen Schritt bei einem Besuch auf dem Truppenübungsplatz Bergen in Niedersachsen an – eine direkte Reaktion auf die Erkenntnisse aus dem Ukraine-Krieg, wo unbemannte Systeme einen erheblichen Teil der zerstörerischen Treffer erzielen.
Das neue Regiment wird mit einer Anfangsstärke von 300 Soldatinnen und Soldaten beginnen und schrittweise auf 600 Personen anwachsen. Damit schafft die Bundeswehr erstmals eine eigenständige Kommandostruktur, die ausschließlich auf unbemannte Kriegsführung ausgerichtet ist. Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, erläuterte die geplante Ausstattung: Das Regiment wird sowohl fliegende als auch landgestützte unbemannte Systeme unter sich vereinen und Einsatzreichweiten von der unmittelbaren Nähe bis zu 500 Kilometern abdecken können.
Eine besondere Komponente wird eine eigene Kompanie für elektromagnetischen Kampf sein – eine Fähigkeit, die es der Bundeswehr ermöglicht, gegnerische Drohnensysteme zu stören oder auszuschalten. Pistorius betonte die strategische Notwendigkeit dieser Entwicklung: "Wer sich zu Land durchsetzen will, der muss eben den Kampf mit unbemannten Systemen beherrschen." Diese Aussage fasst zusammen, was der Ukraine-Krieg der deutschen Militärführung vor Augen geführt hat – dass moderne Landkriegführung ohne Drohnenkompetenz nicht mehr denkbar ist.
Das Regiment wird auch mit neuen Kamikazedrohnen ausgestattet, sogenannter Loitering Munition, die derzeit in der Bundeswehr erprobt werden und im kommenden Jahr in die Truppe kommen sollen. Diese Systeme sind Drohnen, die gezielt auf Ziele fliegen und detonieren können – eine Technologie, die in der Ukraine bereits massiv zum Einsatz kommt.
Parallel zum Aufbau des neuen Regiments wird die Bundeswehr unbemannte Systeme weiterhin tief in bestehende Truppengattungen wie Jäger, Aufklärer und Panzertruppen integrieren. Das bedeutet, dass Drohnenfähigkeiten nicht nur in einer separaten Einheit konzentriert werden, sondern auch dezentral in den klassischen Heeresverbänden verankert bleiben. Ein weiteres Ziel ist es, die für Litauen vorgesehene Brigade 45 vor ihrer Verlegung mit umfassenden Fähigkeiten zur Drohnenabwehr auszustatten – ein Zeichen dafür, dass die Bundeswehr auch auf die Bedrohung durch gegnerische Drohnen vorbereitet sein will.
Der genaue Standort des neuen Regiments ist noch nicht entschieden. Die Ankündigung zeigt jedoch, dass die deutsche Militärführung die Lektionen aus dem Ukraine-Krieg ernst nimmt und ihre Struktur grundlegend modernisiert.
Bemerkenswerte Zitate
Wer sich zu Land durchsetzen will, der muss eben den Kampf mit unbemannten Systemen beherrschen— Verteidigungsminister Boris Pistorius