Nach mehr als einem Jahrzehnt kehrten am Donnerstag die letzten 28 Bundeswehr-Soldaten aus dem Irak nach Deutschland zurück – ein stilles Ende eines langen Kapitels, das 2014 mit dem Aufstieg des Islamischen Staates begann. Was als Notmaßnahme zur Stärkung irakischer Sicherheitskräfte gedacht war, wurde zu einem dauerhaften Engagement, das nun auf Wunsch der irakischen Regierung selbst endet. Der Abzug ist kein Rückzug aus der Verantwortung, sondern ein Übergang: Deutschland sucht neue Wege der Partnerschaft, diesmal ohne Soldaten auf fremdem Boden.
Bundeswehr beendet Irak-Einsatz nach über einem Jahrzehnt
Nach mehr als einem Jahrzehnt endet die deutsche Präsenz
Was bedeutet dieser Abzug konkret? Endet damit die deutsche Rolle im Irak?
Nein, das ist wichtig zu verstehen. Die Truppenpräsenz endet, aber Deutschland will weiterhin unterstützen. Das Ministerium arbeitet an neuen Formen der Zusammenarbeit.
Aber wie sieht das aus? Das ist noch nicht konkretisiert, oder?
Richtig. Wadephul sagte im Juli, man wolle in Erbil engagiert bleiben, aber die Details sind noch offen.
Warum jetzt? Warum ist der Zeitpunkt richtig?
Der Irak selbst hat das gewünscht. Die irakische Regierung sagt, ihre Sicherheitskräfte sind jetzt stark genug. Auch die USA haben ihren Einsatz für beendet erklärt.
Aber die Sicherheitslage war doch gerade angespannt? Seit März gab es verstärkt Angriffe.
Ja, das ist das Paradoxe. Die letzten Monate waren schwierig, mit Angriffen auf die Airbase. Aber das ändert nichts an der strategischen Einschätzung, dass der Irak jetzt selbstständig handeln kann.
Was hat die Bundeswehr dort eigentlich getan?
Ausbildung von irakischen Sicherheitskräften, Luftaufklärung mit Tornado-Jets, Logistik, Luftbetankung. Es war eine Unterstützungsmission, keine Kampftruppe.
Über wie lange? Ein Jahrzehnt ist eine lange Zeit.
Mehr als ein Jahrzehnt. Das zeigt, wie langfristig diese Missionen angelegt sind.
Der Puls
- Die letzten Monate des Einsatzes standen unter erheblichem Druck – seit März häuften sich Angriffe auf die Airbase, was den Abzug mehrfach neu planen ließ.
- 28 Soldatinnen und Soldaten landeten in Wunstorf und setzten damit einen symbolischen Schlusspunkt unter über zehn Jahre kontinuierlicher Militärpräsenz in Kurdistan-Irak.
- Einen Tag zuvor hatten auch die USA ihren Anti-IS-Einsatz für beendet erklärt – ein koordinierter Rückzug, der einen Wendepunkt in der internationalen Sicherheitspolitik markiert.
- Die irakische Regierung selbst hatte das Ende des internationalen Einsatzes gefordert – ein Zeichen, dass das erklärte Ziel der Eigenständigkeit zumindest formal erreicht scheint.
- Deutschland plant, die Zusammenarbeit mit dem Irak fortzusetzen – ohne Truppenpräsenz, aber mit dem Versprechen, Sicherheit und Stabilität weiterhin zu unterstützen.
Nach mehr als einem Jahrzehnt kehrten am Donnerstag die letzten 28 Bundeswehr-Soldaten aus dem Irak nach Deutschland zurück – ein stilles Ende eines langen Kapitels, das 2014 mit dem Aufstieg des Islamischen Staates begann. Was als Notmaßnahme zur Stärkung irakischer Sicherheitskräfte gedacht war, wurde zu einem dauerhaften Engagement, das nun auf Wunsch der irakischen Regierung selbst endet. Der Abzug ist kein Rückzug aus der Verantwortung, sondern ein Übergang: Deutschland sucht neue Wege der Partnerschaft, diesmal ohne Soldaten auf fremdem Boden.
Am Donnerstag landeten die letzten 28 Bundeswehr-Soldaten am Fliegerhorst Wunstorf bei Hannover. Generalleutnant Günter Katz würdigte ihre Rückkehr bei einem feierlichen Appell als Abschluss einer Einsatzphase, die 2014 begonnen hatte – damals als Reaktion auf den rasanten Vormarsch des Islamischen Staates.
Die Monate vor dem Abzug waren alles andere als ruhig. Staatssekretär Nils Hilmer beschrieb eine Region unter zunehmendem Druck: Seit März häuften sich Angriffe auf die Airbase, in der die deutschen Soldaten untergebracht waren. Der Abzugsplan musste mehrfach angepasst werden.
Das deutsche Engagement umfasste Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte, Aufklärungsflüge mit Tornado-Jets sowie Logistik- und Tankoperationen in der Luft. Das übergeordnete Ziel war stets, den Irak in die Lage zu versetzen, seine eigene Sicherheit ohne ausländische Truppen zu gewährleisten – ein Ziel, das die irakische Regierung nun für erreicht hält. Sie selbst hatte das Ende des internationalen Einsatzes gefordert. Einen Tag vor der Rückkehr der deutschen Soldaten erklärten auch die USA ihren Militäreinsatz gegen den IS für beendet.
Doch der Abzug ist kein endgültiger Abschied. Das Verteidigungsministerium kündigte an, die Zusammenarbeit mit irakischen Streit- und Sicherheitskräften in neuer Form fortzusetzen – ohne Truppenpräsenz, aber mit dem Versprechen enger Partnerschaft. Bundesaußenminister Johann Wadephul hatte bereits im Sommer betont, dass eine deutsche Präsenz in der Region außenpolitisch richtig und geboten sei. Wie diese künftig aussehen wird, bleibt offen.
Am Flugplatz Wunstorf bei Hannover landeten am Donnerstag die letzten 28 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr aus dem Irak. Mit ihrer Ankunft endete nach mehr als einem Jahrzehnt die kontinuierliche deutsche Militärpräsenz in der Region Kurdistan-Irak. Generalleutnant Günter Katz würdigte die Rückkehr bei einem feierlichen Appell am Fliegerhorst als Ende einer langen Einsatzphase, die 2014 begonnen hatte.
Die Monate vor dem Abzug waren angespannt. Nils Hilmer, Staatssekretär im Verteidigungsministerium, beschrieb eine Region unter Druck: Seit März häuften sich Angriffe in der gesamten Gegend, auch auf die Airbase, wo die deutschen Soldaten untergebracht waren. Der Truppenabzug musste mehrfach neu geplant werden, weil die Sicherheitslage sich immer wieder verschärfte.
Das deutsche Engagement im Irak war Teil einer internationalen Mission gegen den Islamischen Staat. Die Bundeswehr bildete irakische Sicherheitskräfte aus, flog Aufklärungsmissionen mit Tornado-Kampfjets, transportierte Militärgüter und betankte Flugzeuge in der Luft. Das Ziel war klar: Der Irak sollte langfristig selbst die Fähigkeit entwickeln, den IS zu bekämpfen und seine Sicherheit ohne ausländische Truppen zu gewährleisten.
Die irakische Regierung signalisierte, dass dieses Ziel erreicht ist. Sie selbst hatte den Wunsch geäußert, dass der internationale Einsatz endet. Einen Tag vor der Rückkehr der deutschen Soldaten erklärten die USA ihren Militäreinsatz gegen den IS für beendet und sprachen von einem Meilenstein.
Doch der Abzug bedeutet nicht das Ende der deutschen Unterstützung. Das Bundesverteidigungsministerium kündigte an, dass Deutschland der irakischen Regierung weiterhin eng verbunden bleiben werde und zur Unterstützung von Sicherheit und Stabilität bereitstehen könne. Hilmer sagte, man arbeite bereits daran, die Grundlagen für eine künftige Zusammenarbeit mit irakischen Streit- und Sicherheitskräften zu schaffen. Bundesaußenminister Johann Wadephul hatte bereits im Juli erklärt, dass Deutschland grundsätzlich mit der Bundeswehr in Erbil präsent bleiben wolle. Der CDU-Politiker hielt dies außenpolitisch für richtig und geboten. Die Form dieser Zusammenarbeit wird sich jedoch verändern: Statt Truppenpräsenz sollen andere Formen der Unterstützung treten.
Bemerkenswerte Zitate
Mit Ihrer Rückkehr endet nach mehr als einem Jahrzehnt die aktuelle deutsche Präsenz in der Region Kurdistan-Irak— Generalleutnant Günter Katz
Wir sind bereits dabei, die Grundlagen für unsere zukünftige Zusammenarbeit mit den irakischen Streit- und Sicherheitskräften zu schaffen— Nils Hilmer, Staatssekretär im Verteidigungsministerium