Am Ende eines Freitags, als die Krypto-Welt ohnehin nervös auf jede Nachricht blickte, musste die größte Kryptobörse der Welt eingestehen, dass ihr ein Angreifer Werte von geschätzt 6,3 Milliarden Dollar entrissen hat. Der Vorfall gehört damit zu einer Reihe von Erschütterungen, die zeigen, wie verletzlich Vermögen bleiben, sobald es in digitalen Tresoren verwahrt wird, die von Menschen und Maschinen gleichermaßen gebaut und bewacht werden. Dass bereits rund drei Milliarden Dollar eingefroren werden konnten und Binance den Verlust ersetzen will, verweist auf ein altes Versprechen des Finanzwes
Binance gehackt: Milliardenschaden lässt Kryptomärkte einbrechen und Vertrauen wanken
Gefunden ist nicht zurückgeholt: Drei von 6,3 Milliarden Dollar sind aufgespürt
Sechs Komma drei Milliarden Dollar – warum ist das mehr als nur eine große Zahl?
Weil es nach Einschätzung von Analysten der größte Krypto-Diebstahl überhaupt sein könnte, und das bei der größten Börse der Welt. Im ganzen vergangenen Jahr waren es laut TRM Labs bei fast 150 Angriffen 2,9 Milliarden.
Wobei die 6,3 Milliarden eine Schätzung sind. Und „größter Hack der Geschichte“ ist die Einschätzung von Analysten, keine geprüfte Feststellung.
Was weiß man über den Einstieg der Angreifer?
Erste Ermittlungen deuten auf den gehackten Laptop eines Ingenieurs hin, über den ein Angreifer an ein System kam und Abhebungen auslöste.
„Möglicherweise“ ist das entscheidende Wort. Das ist ein früher Ermittlungsstand, kein Ergebnis.
Und die eingefrorenen Gelder?
Tether knapp 1,57 Milliarden, Circle über 800 Millionen, Ripple rund 200 Millionen, dazu kleinere Summen über World Liberty und BitGo. Binance spricht von etwa drei Milliarden, die ausfindig gemacht wurden.
Ausfindig gemacht heißt nicht zurückgeholt. Und Binances Zusage, alle Verluste zu ersetzen, ist bisher eine Ankündigung. Ob der Sicherheitsfonds reicht, sagt der Text nicht.
Was bedeutet das für kleinere Börsen?
Brites erwartet, dass Nutzer abwandern, weil kleinere Anbieter solche Verluste kaum decken könnten.
Das ist eine Prognose eines Branchenvertreters. Belegt ist bislang nur der Kursrutsch bei Bitcoin, Ether und Aktien wie Coinbase.
The Pulse
- Ein Angreifer hat Werte von geschätzt 6,3 Milliarden Dollar aus der Kryptobörse Binance abgezogen, und die Branche fürchtet den größten Diebstahl ihrer Geschichte.
- Der Ausgangspunkt soll der gehackte Laptop eines Ingenieurs gewesen sein, über den sich der Angreifer Zugang zu Systemen verschaffte.
- Binance hat sämtliche Ein- und Auszahlungen gestoppt, während Sicherheitsteams, Strafverfolger und Partner Gelder zurückverfolgen und einfrieren.
- Tether, Circle und Ripple haben Milliardenbeträge gesperrt, doch die Rückholung ist noch lange nicht abgeschlossen.
- Bitcoin und Ether fielen auf Zwei-Monats-Tiefs, und Beobachter erwarten, dass Nutzer kleinerer Börsen nun abwandern.
Am Ende eines Freitags, als die Krypto-Welt ohnehin nervös auf jede Nachricht blickte, musste die größte Kryptobörse der Welt eingestehen, dass ihr ein Angreifer Werte von geschätzt 6,3 Milliarden Dollar entrissen hat. Der Vorfall gehört damit zu einer Reihe von Erschütterungen, die zeigen, wie verletzlich Vermögen bleiben, sobald es in digitalen Tresoren verwahrt wird, die von Menschen und Maschinen gleichermaßen gebaut und bewacht werden. Dass bereits rund drei Milliarden Dollar eingefroren werden konnten und Binance den Verlust ersetzen will, verweist auf ein altes Versprechen des Finanzwesens: Vertrauen entsteht nicht aus Unfehlbarkeit, sondern aus der Bereitschaft, für Schäden geradezustehen.
Am Freitag musste die weltgrößte Kryptobörse Binance eine Nachricht verbreiten, die in der Branche seit Stunden befürchtet worden war. Bei einem Sicherheitsvorfall sind Werte von geschätzt 6,3 Milliarden Dollar abgeflossen, und Analysten halten es für möglich, dass es der größte Krypto-Diebstahl der Geschichte ist.
Wie der Angriff gelang, ist noch nicht vollständig geklärt. Am Anfang stand möglicherweise der gehackte Laptop eines Ingenieurs, über den sich ein Angreifer Zugang zu einem System verschaffte und unberechtigte Abhebungen vornahm. Binance setzte vorsorglich alle Ein- und Auszahlungen aus, während Sicherheitsteams die Systeme prüfen und die Spur der Gelder verfolgen.
Hilfe kam aus mehreren Richtungen. Tether fror fast 1,57 Milliarden Dollar ein, Circle mehr als 800 Millionen, Ripple rund 200 Millionen. Bislang sind etwa drei Milliarden Dollar gesichert. Binance-Mitbegründerin Yi He versprach, alle Verluste zu ersetzen, und verweist auf einen Sicherheitsfonds, der vollständig in Bitcoin gehalten wird.
Die Märkte reagierten prompt. Bitcoin fiel auf ein Sechs-Wochen-Tief, Ether auf ein Zwei-Monats-Tief, und die Aktie von Coinbase gab nach. Branchenvertreter warnen, dass Anleger nun die Sicherheit zentralisierter Börsen neu bewerten werden. Der Fall reiht sich in eine lange Serie ein: Allein im vergangenen Jahr erbeuteten Angreifer laut TRM Labs bei fast 150 Attacken Kryptowerte im Wert von 2,9 Milliarden Dollar. Entscheidend wird sein, wie viel vom Schaden sich tatsächlich zurückholen lässt.
Am Freitag trat die weltgrößte Kryptobörse Binance mit einer Nachricht an die Öffentlichkeit, die in der Branche seit Stunden befürchtet worden war: Bei einem Sicherheitsvorfall sind Werte von geschätzt 6,3 Milliarden Dollar abgeflossen. Analysten halten es für möglich, dass es sich um den größten Krypto-Diebstahl der Geschichte handelt.
Binance erklärte, man habe mit Partnern zusammengearbeitet, um die betroffenen Vermögenswerte einzufrieren. Bislang seien etwa drei Milliarden Dollar ausfindig gemacht worden. Mitbegründerin Yi He sagte zu, das Unternehmen werde „alle Verluste aus dem Hackerangriff“ ersetzen. Dafür verweist Binance auf einen Sicherheitsfonds für Nutzer, eine Reserve, die vollständig in Bitcoin gehalten wird und das Vermögen der Kunden bei Cyberattacken schützen soll.
Wie der Angriff gelang, ist nach ersten Ermittlungen nur in Umrissen bekannt. Am Anfang stand möglicherweise der gehackte Laptop eines Ingenieurs. Darüber soll sich ein Angreifer Zugang zu einem der Systeme verschafft und unberechtigte Abhebungen vorgenommen haben. In einer Erklärung hieß es, die Gelder der Nutzer seien sicher. Als Vorsichtsmaßnahme setzte Binance alle Ein- und Auszahlungen vorübergehend aus. Die Sicherheitsteams prüfen die Systeme, sichern die Wallet-Infrastruktur und verfolgen die betroffenen Vermögenswerte zurück, unterstützt von Strafverfolgern und Partnern aus der Branche.
Die Hilfe kam aus mehreren Richtungen. Der Stablecoin-Emittent Tether fror Vermögenswerte von fast 1,57 Milliarden Dollar ein, Circle sperrte mehr als 800 Millionen Dollar. Ripple legte nach Angaben von Yi He Gelder von rund 200 Millionen Dollar still. World Liberty Financial, das Krypto-Unternehmen aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump und seiner Familie, arbeitete mit dem Verwahrer BitGo zusammen. Laut Yi He wurden so 27 Millionen Dollar in Stablecoins und World-Liberty-Token im Wert von rund zwei Millionen Dollar gesichert.
Die Märkte reagierten schon im frühen asiatischen Handel. Der Bitcoin fiel um mehr als drei Prozent auf ein Sechs-Wochen-Tief von 76.368 Dollar, der Ether ebenfalls um mehr als drei Prozent auf ein Zwei-Monats-Tief von 2178 Dollar. Der BNB-Token, mit dem sich Gebühren bei Binance bezahlen lassen, verlor binnen 24 Stunden fünf Prozent. Die Aktien der Börse Coinbase Global gaben um 4,8 Prozent nach, die des Bitcoin-Käufers Strategy im erweiterten US-Handel um fast sechs Prozent.
Aravind Srinivasan, Leiter des systematischen OTC-Geschäfts beim Marktmacher GSR, nannte den Vorfall „den größten Hack der Geschichte“. Tim Sun von der HashKey Group in Hongkong erwartet, dass er die Risikobereitschaft weiter dämpft und Anleger dazu bringt, die Sicherheit von Vermögen auf zentralisierten Börsen neu zu bewerten, ebenso Risiken bei Gegenparteien, Solvenz und Liquidität.
Bernardo Brites, Chef des Zahlungsinfrastruktur-Unternehmens Trace Finance, verweist auf die Rolle künstlicher Intelligenz: Sie finde Schwachstellen schneller, als sie behoben werden könnten. Er rechnet damit, dass sich Nutzer von kleineren und mittleren Börsen abwenden, weil diese Verluste aus einem großen Angriff womöglich nicht auffangen könnten.
Der Fall reiht sich in eine lange Serie. Laut TRM Labs stahlen Angreifer im vergangenen Jahr bei fast 150 Attacken Kryptowährungen im Wert von 2,9 Milliarden Dollar. Entscheidend wird nun, wie viel der geschätzten 6,3 Milliarden Dollar sich tatsächlich sichern lässt und ob Binance sein Entschädigungsversprechen einlösen kann.
Notable Quotes
Binance werde alle Verluste aus dem Hackerangriff ersetzen.— Yi He, Mitbegründerin von Binance
Es ist der größte Hack der Geschichte.— Aravind Srinivasan, GSR