Asylanträge in Europa um fast ein Viertel gesunken – Deutschland fällt auf Platz drei

Deutschland erhielt nur fünf Prozent der ukrainischen Asylanträge
Während Frankreich fast die Hälfte aller Anträge von Ukrainern verzeichnet, zeigt sich ein dramatischer Wandel in den Migrationspräferenzen.
Mark

Warum ist Deutschland von Platz eins auf Platz drei gefallen? Was hat sich geändert?

Mimi

Es sind mehrere Faktoren zusammengekommen. Die Gesamtzahl der Asylsuchenden in Europa ist um ein Viertel gesunken – das ist nicht nur ein deutsches Phänomen. Aber bei den Ukrainern, die lange Zeit eine große Gruppe waren, sehen wir einen klaren Wechsel zu anderen Ländern, besonders zu Frankreich und Polen.

Luke

Aber wir wissen aus dieser Quelle nicht, warum Ukrainer Frankreich bevorzugen. Sind es bessere Leistungen? Geografische Nähe? Arbeitsmarktchancen? Das Dokument sagt uns nur, dass es passiert.

Mark

Und Afghanistan – das ist immer noch die größte Gruppe in Deutschland, richtig?

Mimi

Ja, 23 Prozent aller Anträge in Deutschland kommen aus Afghanistan. Das ist eine stabile, große Gruppe. Aber insgesamt gibt es weniger Menschen, die überhaupt Anträge stellen.

Luke

Das ist wichtig zu unterscheiden. Deutschland hat weniger Anträge insgesamt, aber die Zusammensetzung der Antragsteller hat sich verschoben. Das sind zwei verschiedene Geschichten.

Mark

Der September-Anstieg – bedeutet das, dass der Trend sich umkehrt?

Mimi

Wahrscheinlich nicht. Ein Monat mit mehr Anträgen als der Vormonat ist noch kein Trendwechsel. Und selbst dieser September hatte 40 Prozent weniger Anträge als der September des Vorjahres.

Luke

Genau. Wir sollten vorsichtig sein, einen einzelnen Monat zu überinterpretieren. Das Bundesinnenministerium hat diese Zahlen geliefert, aber wir wissen nicht, ob dieser Anstieg anhält oder nur eine Schwankung ist.

  • Die Gesamtzahl der Asylanträge in Europa ist um 24,3 Prozent eingebrochen – von knapp 599.000 auf rund 453.000 in nur einem Jahr.
  • Deutschland verliert seinen langjährigen Status als bevorzugtes Zielland: Mit 70.257 Anträgen rangiert es nun hinter Frankreich (99.000) und Italien (78.500) auf Platz drei.
  • Afghanen stellen mit 23 Prozent die größte Gruppe unter den Antragstellern in Deutschland, europaweit führen sie ebenfalls – ein Zeichen anhaltender Instabilität in ihrer Heimat.
  • Ukrainische Flüchtlinge meiden Deutschland zunehmend: Fast die Hälfte ihrer Asylanträge landet in Frankreich, nur fünf Prozent in Deutschland – die Migrationsmuster verschieben sich grundlegend.
  • Ein leichter Anstieg im September täuscht nicht über den Langzeittrend hinweg: Im Vergleich zum September 2024 sind die deutschen Erstanträge um 70 Prozent gesunken.

Europa erlebt einen markanten Rückgang der Asylgesuche – ein Phänomen, das nicht nur Zahlen verschiebt, sondern auch die innere Landkarte des Kontinents neu zeichnet. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 suchten knapp 453.000 Menschen in der EU, Norwegen und der Schweiz um Schutz nach, fast ein Viertel weniger als im Vorjahreszeitraum. Deutschland, einst Anziehungspunkt für Schutzsuchende aus aller Welt, findet sich nun hinter Frankreich und Italien – ein stilles Zeugnis dafür, wie sich Hoffnungen und Wege in Bewegung befinden.

Die Zahlen sind eindeutig: Europa empfängt deutlich weniger Asylsuchende als noch vor einem Jahr. Knapp 453.000 Schutzanträge wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 in der EU sowie in Norwegen und der Schweiz registriert – ein Rückgang um fast ein Viertel gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit knapp 599.000 Anträgen. Die Daten entstammen einem Dokument der EU-Kommission vom 1. Oktober 2026.

Besonders auffällig ist die veränderte Rolle Deutschlands. Das Land, das lange als Hauptziel für Schutzsuchende galt, ist auf den dritten Platz zurückgefallen. Frankreich führt nun mit knapp 99.000 Anträgen, gefolgt von Italien mit rund 78.500. Deutschland kommt auf 70.257 Anträge. Am anderen Ende der Skala stehen Ungarn mit 83 und die Slowakei mit 131 Anträgen.

Die Herkunftsstruktur bleibt geprägt von Krisen: In Deutschland stammt fast jeder vierte Antragsteller aus Afghanistan, gefolgt von Syrern und Türken. Europaweit führen Afghanen mit über 52.000 Anträgen, dahinter folgen Venezuela und Bangladesch. Auch rund 6.400 russische Staatsangehörige stellten Asylanträge.

Ein besonders markanter Wandel zeigt sich bei ukrainischen Flüchtlingen. Von den knapp 12.200 ukrainischen Asylanträgen entfiel fast die Hälfte auf Frankreich, ein Achtel auf Polen – Deutschland erhielt lediglich fünf Prozent. Dieser Befund deutet auf eine tiefgreifende Neuausrichtung der Fluchtrouten und Zielvorstellungen hin.

Ein kurzfristiger Anstieg im September – 5.276 Erstanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge – ändert nichts am übergeordneten Bild. Gegenüber September des Vorjahres bedeutet dies einen Rückgang um 40 Prozent, gegenüber September 2024 sogar um 70 Prozent. Der Trend setzt sich fort, ungeachtet monatlicher Schwankungen.

Die Zahl der Menschen, die in Europa um Asyl nachsuchen, ist deutlich gesunken. In den ersten neun Monaten dieses Jahres registrierten die Behörden der Europäischen Union, zusammen mit Norwegen und der Schweiz, knapp 453.000 Schutzanträge. Das ist ein Rückgang um fast ein Viertel gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, als noch knapp 599.000 Anträge eingingen. Die Zahlen stammen aus einem Dokument der EU-Kommission vom 1. Oktober 2026 zur Migrationslage in Europa.

Deutschland, lange Zeit das bevorzugte Zielland für Asylsuchende, hat seinen Rang verloren. Mit 70.257 Anträgen in den ersten neun Monaten des Jahres ist das Land nun nur noch das dritte wichtigste Aufnahmeland. Frankreich führt die Liste an mit knapp 99.000 Anträgen, gefolgt von Italien mit etwa 78.500. Deutschland fällt dahinter zurück. Am unteren Ende der Skala stehen Malta mit 294 Anträgen, die Slowakei mit 131 und Ungarn mit nur 83 Anträgen.

Die Herkunftsländer der Asylsuchenden in Deutschland zeigen ein klares Muster. Fast ein Viertel aller Antragsteller stammt aus Afghanistan. Syrien und die Türkei folgen mit deutlich kleineren Anteilen von zwölf beziehungsweise zehn Prozent. Auf europäischer Ebene dominieren andere Länder: Afghanistan führt mit über 52.000 Anträgen, gefolgt von Venezuela mit etwa 37.000 und Bangladesch mit rund 26.500. Auch etwa 6.400 Russen stellten Asylanträge.

Ein besonders auffälliger Trend betrifft ukrainische Flüchtlinge. Insgesamt reichten knapp 12.200 Menschen aus der Ukraine Schutzanträge ein. Doch während Deutschland lange als Ziel für Geflüchtete galt, wählen Ukrainer zunehmend andere Länder. Fast die Hälfte aller ukrainischen Asylanträge wurde in Frankreich gestellt, während Polen ein Achtel verzeichnete. Deutschland erhielt nur fünf Prozent dieser Anträge – ein Zeichen dafür, dass sich die Migrationsmuster grundlegend verschoben haben.

Eine kleine Gegenbewegung zeigte sich im September. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verzeichnete in diesem Monat 5.276 Asylerstanträge – ein Anstieg gegenüber dem Vormonat. Doch dieser Anstieg ändert nichts am langfristigen Trend. Im Vergleich zum September des Vorjahres bedeutet dies einen Rückgang um 40 Prozent, und gegenüber dem September 2024 sogar um 70 Prozent. Der Rückgang der Asylbewerberzahlen in Deutschland setzt sich damit fort, unabhängig von kurzfristigen Schwankungen.

Im September 2026 nahm das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 5.276 Asylerstanträge entgegen – 40 Prozent weniger als im September 2025 und 70 Prozent weniger als im September 2024.
— Sprecherin des Bundesinnenministeriums
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